Kamille (Matricaria recutita)

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Die Kamille ist eine der bekanntesten, anerkanntesten und am besten erforschten Heilpflanzen überhaupt. Sie wächst hierzulande auf nährstoffreichen Wiesen, sandigen Lehmböden und an den Rändern von Getreidefeldern. In der Pflanzenheilkunde werden nur die Blüten der Kamille verwendet. Beim Sammeln der Kamille-Blüten (ab Mai) besteht allerdings Verwechslungsgefahr. Die Echte Kamille hat einen hohlen Blütenboden, während die Acker-Hundskamille einen ausgefüllten Blütenboden hat. Um sicher herauszufinden, um welche der beiden Arten es sich handelt, muss man eine Blüte längs durchschneiden und nachsehen.

Heilende Inhaltsstoffe der Kamille

Medizinisch bedeutsam ist vor allem das ätherische Öl der Kamille-Blüten. Wichtig für den Einsatz in der Pflanzenheilkunde sind außerdem die in den Kamille-Blüten enthaltenen Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm über Haut- und Schleimhäute legen. Weitere nennenswerte Inhaltsstoffe sind Flavonoide wie Quercetin, Rutin und Lutein.

Wirkung der Kamille als Heilpflanze
  • Kamille-Tee hilft bei Magen-Darm-Erkrankungen wie Magenschleimhautentzündungen.
  • Reizungen und Entzündungen der Haut können mit Kamille-Kompressen behandelt werden.
  • Mit Kamille-Inhalationen können entzündliche Erkrankungen der oberen Luftwege gelindert werden.
Heilpflanzenrezepte mit Kamille

Für die nachfolgenden Heilpflanzenrezepte sammelt man nur die Kamilleblüten und nicht die anderen Pflanzenteile. Zum Trocknen werden die Kamilleblüten dann an einem luftigen Ort auf Küchenkrepp ausgelegt. Die Temperatur sollte dabei mindestens 20° C betragen. Nach ungefähr zwei Wochen sind die Kamilleblüten getrocknet. Alternativ kann man getrocknete Kamilleblüten auch in jeder gut sortierten Apotheke kaufen.

getrocknete Kamille-Blüten
getrocknete Kamille-Blüten

Für einen Kamilleblüten-Tee überbrüht man 1 bis 2 Teelöffel der getrockneten Kamilleblüten mit 150 ml kochendem Wasser. Diesen Aufguss lässt man 10 Minuten zugedeckt ziehen bevor man ihn abseiht und trinken kann. Der Kamilleblüten-Tee wirkt beruhigend bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und lindert Menstruationskrämpfe. Dafür sollten allerdings täglich 3 bis 4 Tassen frisch zubereiteter Kamilleblüten-Tee getrunken werden. Extra-Tipp: Diesen Kamilleblüten-Aufguss kann man auch als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen verwenden.

Für eine Kamilleblüten-Inhalation (Kamilleblüten-Kopfdampfbad) überbrüht man eine Handvoll getrockneter Kamilleblüten mit 1 Liter kochendem Wasser. Der Topf wird anschließend auf einen Untersetzer auf den Tisch gestellt, man setzt sich davor und atmet die aufsteigenden Dämpfe ein. Eine solche Kamilleblüten-Inhalation hilft bei Schnupfen und/oder Nebenhöhlenentzündung.

Rezept für eine Hautcreme mit Kamille, Ringelblume und Salbei: Vaseline gibt es in 125 ml Dosen im Drogeriemarkt (100 ml = ca. 1,00 EUR) zu kaufen. Diese Menge erwärme ich auf niedriger Temperatur bis sie flüssig geworden ist. Die Vaseline darf nicht köcheln! Dann gebe ich jeweils einige frisch gepflückte Kamilleblüten und frisch gepflückte Ringelblumenblüten sowie einige frisch geerntete Salbeiblätter hinzu und lasse die Masse mindestens zwei Stunden lang abgedeckt durchziehen. Danach noch einmal kurz erwärmen und dann abseihen. Anschließend in die ursprüngliche Dose abseihen. Fertig! Die Hautcreme ist bestens für die Behandlung gereizter und entzündeter Haut geeignet.

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