Meerrettich (Cochlearia armoracia)

andere Bezeichnung: Kren

Meerrettich (Cochlearia armoracia)
Meerrettich (Cochlearia armoracia)

Meerrettich wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz in verschiedenen Anbaugebieten als Heil- und Gewürzpflanze kultiviert. Meerrettich kommt aber auch verwildert an den Rändern von Bächen und Flüssen vor. In der Pflanzenheilkunde wird die frische Wurzel des Meerrettichs verwendet.

Heilende Inhaltsstoffe des Meerrettichs

Meerrettich ist reich an Vitaminen (B-Vitamine, Vitamin C), Mineralstoffen (Calcium, Kalium, Magnesium) und Spurenelementen (Eisen). Medizinisch bedeutsam sind aber insbesondere die ätherischen, antibiotisch wirkenden Senföle des Meerrettichs.

Wirkung von Meerrettich als Heilpflanze
  • Meerrettich stärkt die Abwehrkräfte.
  • Eine Meerrettich-Auflage wirkt durchblutungsfördernd und lindert die Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen.
  • Meerrettich soll ähnlich wie Knoblauch eine antivirale, antibiotische und krebsvorbeugende Wirkung haben.
  • Meerrettich eignet sich zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.
  • Meerrettich wird bei Harnwegsinfekten eingesetzt.
  • Der Verzehr von Meerrettich wirkt verdauungsfördernd.
Heilpflanzenrezepte mit Meerrettich

Für einen Meerrettich-Hustensaft zerreibt man ein Stück Meerrettich-Wurzel (10 bis 15 g). Die zerriebene Meerrettich-Wurzel wird dann mit 100 g flüssigem Honig in einem Schraubglas vermischt und 24 Stunden an einen dunklen, warmen Ort gestellt. Danach wird der Meerrettich-Hustensaft abgeseiht und kann ungefähr eine Woche lang verwendet werden. Bei Husten 3 Mal täglich einen Teelöffel davon einnehmen.

Eine Meerrettich-Auflage kann die Beschwerden bei Rückenleiden (Hexenschuss, Ischialgie) und rheumatischen Erkrankungen lindern. Dafür schlägt man frisch geriebenen Meerrettich in ein Baumwolltuch ein und legt es auf die betroffene Körperstelle bis sich die brennende Wärmewirkung des Meerrettichs entfaltet.

Meerrettich-Brustwickel*: Dafür wird geriebene Meerrettich-Wurzel mit Quark vermischt. Diese Mischung wird dann auf ein mit warmem Wasser angefeuchtetes Leinentuch gestrichen. Das Leinentuch wird anschliessend zusammen gefaltet und straff um die Brust gewickelt. Darüber kommt ein Baumwolltuch und zuletzt ein warmes Wolltuch. Der Meerrettich-Brustwickel sollte 30 bis 60 Minuten angewendet werden. Er eignet sich zur unterstützenden Behandlung bei Husten und Bronchitis.

Meerrettich-Quark
Meerrettich-Quark

Für einen Meerrettich-Quark benötigt man 250 g Magerquark, 100 g saure Sahne, einen geriebenen Apfel, den Saft einer halben Zitrone sowie je nach gewünschter Schärfe 15 bis 30 g geriebenen Meerrettich. Alle Zutaten werden gut miteinander verrührt. Zuletzt wird der Meerrettich-Quark dann noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

*Ein Wickel besteht in der Regel aus drei unterschiedlichen Lagen. Die innerste Lage ist ein Leinentuch, welches z.B. mit einem Heilpflanzen-Absud getränkt ist. Dieses wird direkt auf die Haut aufgelegt. Darüber kommt als mittlere Lage zur Abdeckung ein Baumwolltuch. Als oberste Lage um den Wickel zu fixieren verwendet man ein Wolltuch. Ein einfacher Quark-Halswickel besteht beispielsweise aus einem mit Quark bestrichenen, zusammen gefalteten, Taschentuch aus Leinen. Darum wird ein Baumwoll-Küchenhandtuch gewickelt und zum Schluß wird das Ganze mit einem Wollschal fixiert.

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