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Vier-Diebe-Essig

andere Bezeichnungen:
Pestessig, Spitzbubenessig, Vier-Räuber-Essig
(engl. The four Thieves Vinegar, franz. Vinaigre des quatre voleurs)

Einer Legende nach sollen sich vier Diebe zur Zeit der Pest-Epidemie in Marseille um 1720 mit Hilfe des Vier-Diebe-Essig vor der Pest geschützt haben. Das soll es ihnen ermöglicht haben die Pestkranken und -toten auszurauben ohne sich selbst anzustecken.

Welche Heilpflanzen zu der Zeit genau im sagenumwobenen Vier-Diebe-Essig enthalten waren ist nicht so ganz klar.  Die verschiedenen Quellen widersprechen sich diesbezüglich. Überliefert sind beispielsweise Engelwurz, Gewürznelken, Kalmuswurzel, Kampfer, Knoblauchzehen, Lavendel, Muskatnuß, Pfefferminzblätter, Rosmarin, Salbei, Weinraute, Wermutkraut und Zimt. Auch die damals übliche Art der Anwendung ist nicht mehr zweifelsfrei bekannt. Wurde der Vier-Diebe-Essig mit Wasser verdünnt getrunken, zur Einreibung in die Haut genutzt, versprüht oder die getrocknete Heilpflanzenmischung zum Räuchern verwendet? Vier-Diebe-Essig weiterlesen

Kräuterweihe

An Maria Himmelfahrt werden in vorwiegend katholischen Gegenden unterschiedliche Kräuter gesammelt und zu einem üppigen Strauß gebunden. Üblich ist ein sogenannter 9er Buschen, der beispielsweise aus den Kräutern Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Rainfarn, Königskerze, Kamille, Wermut, Pfefferminze und Beifuß bestehen kann.

Diese Kräuterbuschen werden anschließend mit in die Kirche genommen, wo sie während eines Gottesdienstes vom Pfarrer gesegnet werden. Danach werden diese Kräutersträuße von den Gläubigen zu Hause in der Diele aufgehangen und getrocknet. Diesen Brauch bezeichnet man auch als Kräuterweihe, Kräuterbüschel binden, Krautbundsammeln oder Kruutwöösch.

Quelle:  Pfarrgemeinde St. Johannes d.T. Ratheim, Ratheimer Brauchtum – Kruutwöösch

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