Vier-Diebe-Essig

andere Bezeichnungen:
Pestessig, Spitzbubenessig, Vier-Räuber-Essig
(engl. The four Thieves Vinegar, franz. Vinaigre des quatre voleurs)

Einer Legende nach sollen sich vier Diebe zur Zeit der Pest-Epidemie in Marseille um 1720 mit Hilfe des Vier-Diebe-Essig vor der Pest geschützt haben. Das soll es ihnen ermöglicht haben die Pestkranken und -toten auszurauben ohne sich selbst anzustecken.

Welche Heilpflanzen zu der Zeit genau im sagenumwobenen Vier-Diebe-Essig enthalten waren ist nicht so ganz klar.  Die verschiedenen Quellen widersprechen sich diesbezüglich. Überliefert sind beispielsweise Engelwurz, Gewürznelken, Kalmuswurzel, Kampfer, Knoblauchzehen, Lavendel, Muskatnuß, Pfefferminzblätter, Rosmarin, Salbei, Weinraute, Wermutkraut und Zimt. Auch die damals übliche Art der Anwendung ist nicht mehr zweifelsfrei bekannt. Wurde der Vier-Diebe-Essig mit Wasser verdünnt getrunken, zur Einreibung in die Haut genutzt, versprüht oder die getrocknete Heilpflanzenmischung zum Räuchern verwendet?

Nachfolgend ein überliefertes Rezept für den Vier-Diebe-Essig:

„Man behandelt Wermut, Raute, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, von jedem 22,5 g, Lavendelblüten 30 g, Engelwurzel, Kalmuswurzel, Knoblauch, Zimt, Muskatnuß, Gewürznelken, von jedem 3,75 g, mit 2 kg Weinessig und 120 g konzentriertem Essig, preßt nach einigen Tagen ab und setzt 11 g Kampfer, in 30 g Alkohol gelöst, hinzu.“ Quelle: Meyers Konversationslexikon 1885-1892, online unter retrobibliothek.de