Heilpflanzen gegen Erkältung – Wirksame Hausmittel bei Erkältungssymptomen

Um etwas gegen die typischen Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten, Schupfen, Kältegefühle und Abgeschlagenheit zu tun gibt es sehr viele Heilpflanzenrezepte die schnell und einfach zubereitet werden können. Oft hat man die wichtigsten Zutaten dafür im Kühlschrank oder auf dem Balkon. Ausprobieren lohnt sich!

Frösteln (ausgeprägtes Kältegefühl)

Ingwer wirkt wärmend, durchblutungsfördernd und schweißtreibend. Für einen Ingwer-Tee schält man ein circa 1 bis 2 cm langes Teilstück des Ingwer-Wurzelstocks und schneidet es in dünne Scheiben. Diese übergießt man mit kochendem Wasser und lässt den Ingwer-Tee dann je nach Geschmack 10 bis 20 Minuten zugedeckt ziehen. Wichtig: Mit zunehmender Ziehzeit wird der Ingwer-Tee immer schärfer. Ingwer lindert nicht nur akute Erkältungsbeschwerden, sondern wird auch bei Erschöpfungszuständen nach Infektionen eingesetzt.

Um einen Zimt-Tee zuzubereiten gibt man zwei Zimtstangen auf einen Liter Wasser und lässt den Tee 10 bis 15 Minuten lang abgedeckt ziehen bevor man die Zimtstangen wieder herausnimmt. Zimt-Tee schmeckt nicht nur ausgesprochen lecker, sondern er wirkt – finde ich zumindest – noch sehr viel besser wenn es darum geht Frösteln und Kältegefühl zu lindern.

Abgeschlagenheit mit Gliederschmerzen

Aufgrund seiner durchblutungsfördernden und krampflösenden Wirkung hilft Rosmarin insbesondere bei Muskelverspannungen. Rosmarin wirkt aber auch anregend und belebend bei Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Um einen heilkräftigen Rosmarin-Badezusatz herstellen zu können benötigt man circa 100 g frische Rosmarin-Blätter (für ein Vollbad). Diese werden mit einem Liter Wasser übergossen und kurz aufgekocht. Ätherische Öle sind flüchtig, also Topfdeckel auflegen! Den Rosmarin-Aufguss lässt man zugedeckt ungefähr eine halbe Stunde durchziehen bevor man die Blätter aussiebt und so einen Rosmarin-Absud erhält, den man als Badezusatz verwenden kann.

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Halsschmerzen und Heiserkeit

Für eine Lungenkraut-Gurgellösung wird ein kräftiger Tee angesetzt. Dafür werden 2 Teelöffel des zerkleinerten Lungenkrauts mit 250 ml heißem Wasser aufgegossen und nach 10 Minuten Ziehzeit abgeseiht. Bei Halsschmerzen und Heiserkeit kann mehrmals täglich (bevorzugt nach den Mahlzeiten) damit gegurgelt werden.

Für die Herstellung von Salbei-Bonbons benötigt man 25 g frische Salbei-Blätter und 250 g Zucker. Zunächst werden die Salbei-Blätter sehr fein gehackt oder püriert. Dann lässt man den Zucker in einem kleinen Topf erst schmelzen und dann leicht karamellisieren bevor man die zerkleinerten Salbeiblätter unterrührt. Die Zucker-Salbei-Masse streicht man anschließend auf ein Blatt Backpapier. Wenn die Zucker-Salbei-Masse fest zu werden beginnt schneidet man sie mit einem Messer gitterförmig ein. Anhand dieser Schnitte kann man die Salbei-Bonbons dann später in gleich großen Stücken herausbrechen.

Für einen Spitzwegerich-Sirup werden 50 g frische Spitzwegerich-Blätter mit 500 ml Wasser und 250 g Honig aufgekocht. Spitzwegerich sollte nicht zu lange erhitzt werden, weil der Hauptwirkstoff das Aucubin hitzeempfindlich ist. Danach wird abgeseiht und der Spitzwegerich-Sirup in dunkle Flaschen abgefüllt. Teelöffelweise eingenommen lindert der Spitzwegerich-Sirup Halsschmerzen, Husten und Bronchitis.

Für hustenlindernde Zimt-Lutschstangen erwärmt man 5 Esslöffel Wasser und gibt 5 Teelöffel pulverisiertes Gummi arabicum (gibt es in der Apotheke) hinzu. Beide Zutaten muss man sehr gut miteinander verrühren bevor man Zucker und gemahlenen Zimt zu jeweils gleichen Teilen hinzufügen kann. Wenn eine feste Masse entstanden ist, streicht man diese auf Backpapier aus und schneidet sie in 1 cm lange Streifen. Anschließend müssen die Zimt-Lutschstangen noch trocknen.

(Reiz-) Husten

Für einen Thymian-Tee überbrüht man einen Teelöffel Thymian-Blätter mit 150 bis 250 ml heißem Wasser und lässt diesen Thymian-Teeaufguss anschließend 5 bis 10 Minuten lang zugedeckt ziehen bevor man ihn abseiht. Zur Linderung von Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten kann davon mehrmals täglich eine Tasse getrunken werden. Die positive Wirkung des Thymian-Tees kann durch Zugabe von Fenchel-Honig noch verstärkt werden.

Wer den Geschmack von Thymian nicht mag – Auch Anis wirkt schleimlösend und wird ebenfalls bei Husten sowie Bronchitis eingesetzt. Für einen Anis-Tee übergießt man einen Teelöffel getrocknete und im Mörser zerstoßene Anisfrüchte mit 200 ml kochend heißem Wasser. Abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Bei Husten und Bronchitis können drei Tassen Anis-Tee täglich getrunken werden.

Bei Reizhusten wirkt auch eine Salbei-Milch wohltuend. Dafür werden 10 frische Salbei-Blätter mit Milch kurz aufgekocht. Dann werden die Salbei-Blätter abgeseiht. Wer mag, kann zum Schluss noch einen Teelöffel Fenchel-Honig in die Salbei-Milch geben.

Brustschmerzen

Man kann sich ganz leicht eine Erkältungssalbe selbst machen. Dafür einfach etwas Vaseline auf niedriger Temperatur erwärmen bis sie flüssig geworden ist. Ganz wichtig: Die Vaseline darf nicht köcheln! Dann gibt man 25 Tropfen Japanisches Heilpflanzenöl hinzu und rührt sie unter. Anschließend kann man die Masse wieder in die ursprüngliche Vaseline-Dose abfüllen. Fertig! Die Erkältungssalbe eignet sich gut zur Behandlung von Brustschmerzen, wenn sie im Zusammenhang mit einer Erkältung auftreten.

Für einen Meerrettich-Brustwickel wird geriebene Meerrettich-Wurzel mit Quark vermischt. Diese Mischung wird dann auf ein mit warmem Wasser angefeuchtetes Leinentuch gestrichen. Das Leinentuch wird anschließend zusammen gefaltet und straff um die Brust gewickelt. Darüber kommt ein Baumwolltuch und zuletzt ein warmes Wolltuch. Der Meerrettich-Brustwickel sollte 30 bis 60 Minuten angewendet werden. Er eignet sich zur unterstützenden Behandlung bei Husten und Bronchitis.

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Schnupfen / Nasennebenhöhlenentzündung

Die Kamille ist eine ausgezeichnete Heilpflanze mit der entzündliche Erkrankungen der oberen Luftwege wirksam gelindert werden können. Für eine Kamilleblüten-Inhalation (andere Bezeichnung: Kamilleblüten-Kopfdampfbad) überbrüht man eine Handvoll getrockneter Kamilleblüten mit 1 Liter kochendem Wasser. Der Topf wird anschließend auf einen Untersetzer auf den Tisch gestellt, man setzt sich davor und atmet die aufsteigenden  Dämpfe (eventuell unter einem Handtuch) ein. Eine solche Kamilleblüten-Inhalation hilft bei Schnupfen und/oder Nebenhöhlenentzündung.

Kopfschmerzen

Für einen Weidenrinden-Tee überbrüht man einen Teelöffel der zerkleinerten Rinde eines Weidenbaums mit 200 ml kochendem Wasser und lässt diesen Weidenrinden-Tee circa 10 Minuten abgedeckt ziehen. Danach abseihen. Bei Bedarf kann bis zu dreimal täglich eine Tasse getrunken werden.

Ohrenschmerzen

Ein Zwiebel-Säckchen lindert Ohrenschmerzen. Dafür wird eine Zwiebel sehr fein gewürfelt. Die Zwiebelwürfel erwärmt man etwas und gibt sie auf ein Stofftaschentuch. Dieses zieht man straff um die Zwiebelwürfel und fixiert das Ganze mit einem Bindfaden. Das Zwiebel-Säckchen wird noch warm für mindestens 15 Minuten auf das schmerzende Ohr aufgelegt. Riecht nicht besonders gut, hilft aber wirklich!

Stärkung der Abwehrkräfte

Holunder stärkt das Immunsystem und wird deshalb sowohl zur Vorbeugung als auch zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Für die Herstellung von Holunder-Sirup sammelt man zunächst die ganzen Beerendolden. Nachdem man diese gründlich gewaschen hat, werden die Beeren abgerebelt und die unreifen “roten” Beeren sowie Stielreste aussortiert. Die reifen “schwarzen” Beeren werden mit etwas Wasser circa 15 Minuten aufgekocht. Dann werden die Beeren über einem zweiten Topf in einem Tuch ausgedrückt. Der so gewonnene Holundersaft wird nochmals ungefähr 5 Minuten mit Zucker (50 g Zucker auf 100 ml Saft) aufgekocht, so dass man schließlich einen haltbaren Holunder-Sirup erhält. Verzehrempfehlung: Jeweils einen Esslöffel Holunder-Sirup kann man je nach Geschmack ganz einfach mit 200 ml kaltem oder heißem Wasser aufgießen und genießen. Aus den Beeren hergestellter Holunder-Sirup schmeckt übrigens sehr lecker und eine Holunder-Schorle ist entsprechend ein guter Durstlöscher!

Aufgrund des enthaltenen Vitamin C eignet sich Kapuzinerkresse ebenfalls vorbeugend zur Stärkung der Abwehrkräfte. Für einen Kapuzinerkresse-Essig übergießt man eine Handvoll der Blüten mit 350 ml eines milden Apfelessigs. Diese Mischung stellt man dann zwei bis vier Wochen hell und warm, z.B. auf die Fensterbank. Danach kann man den Kapuzinerkresse-Essig verdünnt (ein Esslöffel Kapuzinerkresse-Essig auf ein Glas Wasser) als Kur über einige Wochen trinken.

Gute Besserung :-)

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